Homelabber kennen das Problem: Mit der Zeit wächst die eigene Infrastruktur, manche Services werden unverzichtbar und irgendwann funktioniert etwas nicht mehr. Wie hatte ich das gleich noch mal eingerichtet? Warum habe ich mich damals für genau diese Lösung entschieden? Und wie lautete dieser eine Befehl noch mal? Warum habe ich es nicht einfach irgendwo notiert?!
Solche Situationen kennt vermutlich jeder, der sein Homelab kontinuierlich ausbaut. Eine gute Dokumentation ist deshalb auch im kleinsten Homelab das A und O. Allerdings möchte nicht jeder gleich einen kompletten LAMP-Stack für ein Wiki betreiben – oder hat schlicht nicht die Ressourcen dafür.
Hier kommt SilverBullet ins Spiel. Die selbst hostbare, markdownbasierte Wissensdatenbank lässt sich unkompliziert als schlanker Docker-Container betreiben. Dank Markdown kann ich meine Notizen einfach strukturieren und gestalten, ohne mich mit einem komplexen System auseinandersetzen zu müssen.
In diesem Beitrag zeige ich, was SilverBullet auszeichnet, wie ich es selbst hoste und wofür ich es in meinem Homelab einsetze. Und bevor die ersten jetzt schon wieder aufhören zu lesen: SilverBullet eignet sich nicht nur für das eigene Homelab, sondern auch für kleine Teams. Es gibt Benutzerkonten, gemeinsam genutzten Bereiche samt @-Erwähnungen und Kommentaren.
SilverBullet Docker Compose:
Die aktuellen Server-Images werden primär über das Dashboard konfiguriert. Die Konfiguration per Environment-Variablen gilt als veraltet und wird nicht mehr empfohlen. Entsprechend schlank fällt die Docker-Konfiguration aus:
services:
silverbullet-doku:
image: ghcr.io/silverbulletmd/silverbullet:latest
volumes:
- ./data:/data
ports:
- "80:3000"
restart: alwaysWer trotzdem auf Environment-Variablen setzt, betreibt SilverBullet im Single-Space-Modus. Mehrere Benutzerkonten sind damit nicht möglich und auch bei zukünftigen Funktionen könnte man leer ausgehen. Darüber hinaus wird in absehbarer Zeit die Migration zum Multi-Space-Mode unausweichlich sein.
SilverBullet Highlights:

Was ich an SilverBullet besonders praktisch finde: Ich muss nicht erst in einen separaten Bearbeitungsmodus wechseln. Stattdessen klicke ich einfach auf den gewünschten Abschnitt und kann direkt loslegen. Dieser Live-Preview-Markdown-Editor dürfte dem einen oder anderen bereits bekannt vorkommen, denn das Konzept ist stark von Obsidian inspiriert.
Ein weiteres praktisches Feature sind To-do-Listen mit Checkboxen. Damit lassen sich Aufgaben direkt festhalten und nach Erledigung abhaken. Gerade im Homelab ist das praktisch, um neben neuen Projekten auch die weniger spannenden, aber wichtigen Aufgaben wie Updates, Backups oder Wartungsarbeiten nicht aus den Augen zu verlieren:
- [ ] Proxmox-Updates installieren
- [ ] Backup-Wiederherstellung testen
- [ ] Docker-Container aktualisieren
- [x] Dokumentation auf den aktuellen Stand bringenEin weiteres interessantes Feature ist das integrierte Journal. Damit kann ich kurz niederschreiben, was ich heute gelernt habe, welche Probleme dabei aufgetreten sind oder welche Aufgaben ich erfolgreich erledigt habe. Gerade für die eigene Karriere finde ich das spannend.
So lassen sich Wissenslücken erkennen und festhalten, Fortschritte nachvollziehen und Themen identifizieren, in die ich mich noch intensiver einarbeiten sollte. Außerdem hilft mir das Journaling dabei, meine Fortbildungsziele und geplanten Zertifizierungen nicht aus den Augen zu verlieren. Denn wer schreibt schon gerne auf, dass er den ganzen Tag auf der faulen Haut gelegen hat?

Und zu guter Letzt noch ein Schmankerl für die Linuxer unter uns: SilverBullet unterstützt Vim-Tastenkürzel! Wer damit vertraut ist, kann seine Dateien gewohnt effizient bearbeiten. Wer möchte, kann die Tastenkürzel sogar individuell anpassen, bestehende deaktivieren oder eigene Befehle definieren.
Lohnt sich SilverBullet?
SilverBullet hat mich vor allem durch seine Kombination aus einfacher Bedienung, Flexibilität und geringem Ressourcenbedarf überzeugt. Gerade für Homelabber, die ihre Infrastruktur dokumentieren und ihr Wissen zentral organisieren möchten, ist es eine interessante Lösung.
SilverBullet ist mit seinem All-in-One-Image schnell eingerichtet und aktualisiert. Statt einen zusätzlichen Datenbank-Container zu betreiben und Zeit in aufwendige Updates zu investieren, kann ich mich auf das konzentrieren, worum es im Homelab wirklich geht: spannende Projekte und neue Technologien entdecken.

