Festplatten-Passthrough in Proxmox erklärt!

Die Virtualisierung hat die Art und Weise, wie wir Serverressourcen nutzen und verwalten, revolutioniert. Doch manchmal stößt man dabei an Performancegrenzen. Wer zum Beispiel ein virtualisiertes NAS betreiben möchte, benötigt dafür direkten Zugriff auf die Festplatten. Selbstredend müssen dafür zusätzliche Laufwerke in den Proxmox-Host eingebaut werden.

Wer dafür keine freien Slots mehr hat, kann das Ganze auch via USB-Festplatte bewerkstelligen. Allerdings muss man dafür einen USB-Passtrough einrichten und das besprechen wir an dieser Stelle nicht. In diesem kleinen Beitrag geht es natürlich um direkte angeschlossene Platten via SATA, SAS oder M.2-Schnittstelle.

Der Passtrough lässt sich dann mit nur wenigen Handgriffen in Proxmox einrichten. Dies gilt übrigens auch für das Durchreichen von PCI-Geräten wie Grafikkarten oder NICs. Das Betreiben von VMs mit emulierter Hardware ist daher nicht mehr der einzige Weg, wie man mit Proxmox arbeiten kann. Wie so ein Festplatten-Passtrough im Detail funktioniert, erfährst du jetzt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Ich selbst betreibe einen Proxmox-Backup-Server als virtuelle Maschine. Lediglich die Festplatten für den Datastore habe ich direkt an die VM durchgereicht. So wird sichergestellt, dass das verwendete Dateisystem ZFS den schnellstmöglichen Zugriff auf die Disks hat. Vorgegangen bin ich dabei wie folgt:

  1. Festplatten anzeigen lassen: Verwende den Befehl lsblk, um eine Übersicht der verfügbaren Massenspeicher ausgeben zu lassen. Du solltest dabei die Platten identifizieren, welche nicht gemountet sind und gegebenenfalls auch über keine Partitionen verfügen.
  2. Disk-ID der gewünschten Festplatte herausfinden: Nutz den Befehl ls -lah /dev/disk/by-id/, um die IDs der Disks herauszufinden. Orientiere dich dabei an der oben ermittelten Bezeichnung, wie beispielsweise SDC. Und keine Sorge, diese kryptische Nummer ändert sich nicht nach einem Neustart. Daher brauchen wir Sie für den Passtrough.
  3. Festplatte der VM zuweisen: Verwende dafür den Befehl qm set <vmid> -scsi<Diskanschluss> /dev/disk/by-id/<id> , um der VM Zugriff auf die Disk zu gewähren. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass man die VM-ID direkt in der Promox-Weboberfläche neben dem Namen findet. Der Diskanschluss wäre zum Beispiel die 1, wenn nur eine virtuelle Festplatte vorhanden ist.
  4. Kontrolle der Arbeiten: Überprüfe in der Proxmox-GUI, ob die zugewiesene Festplatte in der Übersicht angezeigt wird. Nun kannst du wie gewohnt mit der Platte arbeiten. Das bedeutet, dass du die Partitionierung und das Erstellen des Dateisystems direkt in der virtuellen Maschine erledigen musst.

Von Fabian Wüst

Er ist leidenschaftlicher Open-Source-Benutzer und ein begeisterter Technologie-Enthusiast. Als kreativer Kopf hinter Homelabtopia bringt Fabian hier seine umfangreiche Erfahrung als Linux-Admin ein. Um sicherzustellen, dass du aus seinen Beiträgen den größtmöglichen Nutzen ziehen kannst, führt er ausgiebige Tests durch und errichtet dafür immense Setups.

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